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350-jähriges Weingartenhaus "Sandstöckl"

© ArGe Sandstoeckl

Die Arbeit in einem Weinberg wurde ursprünglich von einem "Weinzirl", einem Weinbergarbeiter, der für seine Arbeit und sein Fachwissen vom jeweiligen Besitzer bezahlt wurde, gemacht. Der Weinzirl wohnte meist an seinem Arbeitsplatz im Weinberg, im, nach seiner Arbeit benannten, Weinzirlhaus.
Im Gemeindegebiet von Poppendorf, im Südosten der Steiermark, stand bis Sommer 2010 ein Weinzirlhaus, dessen volksmündliche Bezeichnung "Sandstöckl" sich nach seinen letzten Besitzern, der Familie Sand, tradiert hatte. Als das baufällige Gebäude 2007 von einem Liebhaber anonymer Architektur erstmals "entdeckt" wurde, war es bereits verkauft worden. Schließlich wurde von der Gemeinde Poppendorf die Bedeutung dieses architektonisch, volkskundlich, kultur- und sozialgeschichtlich einmaligen Gebäudes erkannt und die Gemeinde kaufte das Haus "zurück".
2010 wurde es, u.a. von Studierenden der Technischen Universität Graz und des Instituts für Paläontologie der Universität Wien, vermessen und dokumentiert. Anschliessend wurde es, neben anderen, von Mitarbeitern des österreichischen Freilichtmuseum Stübing abgetragen und zwischengelagert. Geplant war, das architektonische Kleinod in der Nähe seines ursprünglichen Standorts, in vergleichbarer Lage, wieder zu errichten.
Heute blickt es von einer Anhöhe wieder weit in das Land. Umgeben wird es von einem Bienen-Schaugarten und liegt an einem der schönsten Wanderwege des Steirischen Vulkanlandes. Damit wird damit sowohl kulturell wie touristisch genützt und kann in einer neuen Funktion "weiterleben".

Der aktuelle Forschungsstand belegt ein Bestehen des Weinzirlhauses in seiner heutigen Form zumindest seit 1667. Nach den bisherigen Erkenntnissen kann angenommen werden, daß am Objekt in den vergangenen Jahrhunderten keinerlei Veränderungen vorgenommen wurden, d.h., in seiner heutigen Gesamterscheinung entspricht es dem Stand von vor 350 Jahren. Damit ist unser Weinzirlhaus "Sandstöckl" das letzte authentische Haus seiner Art in der gesamten Südoststeiermark. Ein vergleichbares Objekt findet sich nur noch im Österreichischen Freilichtmuseum in Stübing, das sog. Weingartenhaus.

 

Kontakt und Information

Ebersdorf 35, 8342 Gnas

T: +43 664 2264384

E: josef.niederl1@gmx.at

I: www.gnas.gv.at


zur Wegbeschreibung

Öffnungszeiten

März-Nov.
In den Wintermonaten kann das Sandstöckl von außen besichtigt werden. Führungen nach telefonischer Vereinbarung

Service