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Stift Rein © Tom Lamm

Kontakt und Information

Edelschachen 13, 8184 Anger

T: +43 3175/2945

E: gde@anger.st

E: gasthaus.rauchstube@aon.at

I: www.rauchstubenhaus.at


zur Wegbeschreibung

Öffnungszeiten

Do-So nach telefonischer Vereinbarung

Service

Gastronomie im Museum oder in der Nähe Im Winter geöffnet

Heimatmuseum "Rauchstubenhaus" Edelschachen

© MUSIS/

Das Rauchstubenhaus in Edelschachen, in einer reizvollen Landschaft hoch über dem Markte Anger gelegen, stellt einen Versuch dar, eines der letzten noch "funktionierenden" Rauchstubenhäuser im Alpenraum der Nachwelt zu erhalten. Das Gebäude gehört zum Hof "Karl in Edelschachen", einem der acht Gehöfte einer bergbäuerlichen Streusiedlung am Hangfuß des Zetz. Es liegt auf einer Seehöhe von rund 800 m, eine Gehstunde von Anger entfernt. Ab dem 17. Jahrhundert wird der Hof als "Ramerlhof" eine "Hube in Edelschachen" geführt und gehörte bis 1840 zur Herrschaft Stadl bei St. Ruprecht an der Raab.
Im Trambaum des Stüberls ist die Jahreszahl 1727 eingekerbt, wahrscheinlich die Zeit eines Um- oder Ausbaues. Zu Weihnachten 1967 verließ die letzte dieser Generationen das Rauchstubenhaus, um in einen Neubau umzusiedeln. Um es vor dem Abbruch zu retten, hat es die Marktgemeinde Anger 1968 angekauft und darin ein Museum eingerichtet.

Betritt man die rauchgeschwärzte Stube durch die Halbtür, meint man, die Zeit sei stehen geblieben. Ein Häuflein Asche am offenen Herd mit dem Feuerhut, das Tafelbett und die Wiege, der klobige "Jogltisch" mit dem Mostkrug, der Hergottswinkel und vieles andere vermitteln den Eindruck, die Familie habe das Haus gerade eben verlassen.
Die Rauchstube ist komplett eingerichtet. Auf der einen Seite steht der offene Herd mit dem Überhangkessel für das tägliche Warmwasser, dem eisernen Kochgeschirr sowie einem Brotbackofen für ca. 12 bis 13 Laib Brot. Im Rauchstubenwinkel unter der pechschwarzen Decke hängen die würzig gebeizten Fleischstücke zum Selchen; denn die Rauchstube wird heute noch eingeheizt, um die Pechkruste, die "Patina", zu erhalten oder gelegentlich auch eine köstliche Mehlspeise, den sogenannten "Ofennigl" am offenen Feuer zu machen. Wenn denn der Rauch unter der Decke hängt, wird die Vergangenheit lebendig. Gegenüber hat in der Ecke der Tisch mit dem Herrgottswinkel seinen Platz. Aber auch die Hühnersteige unter der umlaufenden Bank, ein Spinnrad, eine Kinderwiege und der Kienspanhalter fehlen nicht. Im anschließenden Stübl stehen ein Kastenbett mit einer Lade als Kinderschlafplatz und ein bemalter, 1850 datierter Kasten. Die Gerätesammlung ist in den Nebenräumen und im Dachgeschoß untergebracht. In der "Lab´n" (Vorhaus) finden sich allerlei Hausrat, und in den drei Räumen des Dachgeschosses kann man anhand von verschiedenen Ackergeräten oder Werkzeugen für die Woll-, und Flachsbearbeitung Einblick in die bäuerliche Arbeitswelt erlangen. Neben den Werkzeugen von Störschneider und Störschuster sowie von Faßbinder und Hufschmied fehlt auch ein kompletter Webstuhl nicht. Backtrog und Butterfass erinnern an höhere Festtage.
In dieser bescheidenen Behausung spielte sich dennoch das gesamte häusliche und kulturelle Leben von Generationen von bäuerlichen Familien ab. Hier wurden die gemeinsamen Sorgen und Nöte des Alltags, aber auch die Freuden, die das Leben bescherte und auch das tägliche Brot geteilt. Hier besprach der Bauer im Kreise seiner Familie den nächsten Arbeitstag, tröstete die Mutter ein krankes oder leidgeplagtes Kind, gaben die Älteren ihre Erfahrung und Lebensweisheit an jüngere Familienmitglieder weiter. Hier versammelte sich auch die Familie in ihren knappen Mußestunden, um ein gemeinsames Gespräch zu führen, zu beten und zu handarbeiten, aber auch um erfreuliche Ereignisse und kirchliche Feste zu Feiern.
Evelyn Kaindl-Ranzinger

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